aktuelle Informationen des BNC zu Corona


 

Der BNC-Vorsitzende Dr. Christoph Schüürmann wendet sich mit einer Reihe von Informationen und Quellen an die Mitglieder des BNC. Das Infopaket soll niedergelassenen Chirurginnen und Chirurgen sowie ihren Praxen beim Umgang mit dem Coronavirus und Covid-19 helfen.


Liebe Kolleginnen und Kollegen!

Die Corona-Pandemie beherrscht sämtliche Schlagzeilen. Die Halbwertszeit der staatlichen Verordnungen und Meldungen unterschreitet inzwischen die Tagesgrenze in ihrer Bedeutung. So kann es auch unseren Ratschlägen und Informationen gehen, trotz allem möchte ich Ihnen heute einige Hinweise und Empfehlungen übermitteln:

1) Bleiben Sie ruhig, obwohl Sie zum Teil allen Grund haben, sich derzeit als Ärztinnen und Ärzte über das Krisenmanagement der Regierung aufzuregen. Schützen Sie sich und Ihr Team!

2) Orientieren Sie sich an den für Sie zuständigen Gesundheitsämtern und lesen Sie die Veröffentlichungen Ihrer jeweiligen Landesregierung, hier als Anlage 1 und Anlage 2 das Beispiel aus Hessen.

3) Elektive ambulante Operationen in den Arztpraxen sind bislang nicht ausgesetzt, diese Regelung betrifft derzeit nur ambulante und stationäre Eingriffe in den Krankenhäusern (Anlage 1). Betroffen sind daher in erster Linie die Belegärztinnen und –ärzte sowie diejenigen von Ihnen, die in Krankenhäusern ambulant operieren.

4) Zu den arbeitsrechtlichen Folgen auch für Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie der Entschädigungsregelung sehen Sie bitte Anlage 3 von unserem Justiziar Jörg Hohmann. (Dabei ist Folgendes wichtig: Wenn Sie Ihren Betrieb selbst „herunterfahren“, tragen Sie als Praxisinhaber die wirtschaftlichen Folgen. Voraussetzung für eine Entschädigung ist ausschließlich die Anordnung durch Ihr Gesundheitsamt bzw. den Gesetzgeber.) Trotzdem muss in den jetzigen Zeiten grundsätzlich angeraten werden, den Patientenflow in den Praxen mit Augenmaß und Verantwortung den Patienten, dem Praxispersonal und sich selbst gegenüber zu organisieren. Es ist sicher auch sinnvoll, nachweislich coronabedingte Absagen der Patienten zu dokumentieren, falls es doch irgendwann überraschenderweise zu einer Entschädigung kommen soll. Ob die KVen und wie lange sie die Abschlagszahlen unverändert bei rückläufigen Fallzahlen aufrecht erhalten, ist noch nicht klar.

5) Zum Arbeitsrecht sowie Entschädigung ergänzend ein Text nebst Adressenliste der zuständigen Behörden in den einzelnen Bundesländern in Anlage 4. Bei erforderlicher Kurzarbeit ist der Ansprechpartner das zuständige Arbeitsamt.

6) Zu den allgemeinen und speziellen Verhaltensregeln sehen Sie das Merkblatt als Beispiel vom Beratungszentrum für Hygiene (BZH) in Freiburg in Anlage 5, weitere wesentliche Webadressen finden Sie in Anlage 6.

7) Verantwortungslos sind in meinen Augen die bisherige Reaktion sowie vollständig insuffizienten Maßnahmen der Bundesregierung und der Landesregierungen, was die dringend notwendige Beschaffung von erforderlichen Materialien u. a. für unsere chirurgischen Praxen betrifft, um nicht nur gegen Corona gewappnet zu sein, sondern auch den konservativen und operativen Regelbetrieb sowie die chirurgische Grundversorgung aufrecht zu erhalten. Das haben die Verantwortlichen offensichtlich überhaupt nicht bedacht und berücksichtigt. Ein drastisches Schreiben von mir an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat zu bisher zu keinem konkreten Effekt geführt, siehe meine E-Mail in Anlage 7, offensichtlich hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) auch nicht mehr Glück, wie sich Anlage 8 entnehmen lässt. Das bedeutet konkret, auch wir niedergelassenen Chirurginnen und Chirurgen werden hier weiterhin komplett im Regen stehen gelassen. Sie müssen selbst sehen, wo und was Sie noch ergattern können an notwendigen Materialien auch für Ihren Regelbetrieb – einschließlich Desinfektionsmitteln. Dabei muss bei der Selbstherstellung in Apotheken auch die richtige Zulassung als Oberflächen-, Hand- und Operationsflächendesinfektionsmittel beachtet werden. Bis jetzt ist weder Hilfe noch Unterstützung seitens der Verantwortlichen in Sicht. Das ist ein Skandal! Lassen Sie sich unbedingt die Absagen der Zulieferer für notwendiges Material schriftlich geben und bewahren Sie das auf, um Ihr resultierendes Verhalten rechtfertigen zu können. Wenn die Materialbeschaffung weiterhin so schlecht oder gar nicht mehr funktioniert, wird das für uns der limitierende Faktor für unsere chirurgische Arbeit sein. In der Corona-Abwehr ist es weder Ihnen noch Ihren Mitarbeitern zuzumuten, ohne zugelassene Schutzkleidung allein schon mit begründeten Corona-Verdachtsfällen umzugehen. Sehen Sie dazu die letzte Seite in Anlage 3 und das Fließdiagramm in Anlage 9 der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin mit einer sehr guten Übersicht sowie insgesamt das informative Angebot des Virchowbundes in Anlage 10.

All das hier ist ein Zwischenstand von heute, dem 18.03.2020. Bleiben Sie gesund!

Beste Grüße, Ihr Christoph Schüürmann, 1. Vorsitzender BNC


Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies).

Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.